Gewaltanwendung zum Schutz der Gesundheit – Reflexionen zur Demo am 29.8.2020 in Berlin

Saskia John Unkategorisiert

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Die brutale Gewaltanwendung seitens der Polizei bei Menschen, die nach der 5. Lautsprecherdurchsage, den Platz zu räumen, nicht verschwunden sind, macht mich sehr betroffen! Und das unter dem Deckmantel „zum Schutz Ihrer Gesundheit“.

Da tauchen lauter Fragezeichen in meinem Gehirn auf. Gewalt und Gesundheit passen für mich nicht zusammen. Es gibt Menschen, die das in Ordnung oder berechtigt finden. Ich nicht.

Ich halte ein „Nein“ zu nicht nachvollziehbaren Handlungen (z. B. Auflösung einer genehmigten Demo seitens der Polizei) für gesund. Dass die Abstände nicht eingehalten werden konnten (der angeführte Grund für die Auflösung), war den nicht nachvollziehbaren Absperrungen der Polizei geschuldet. Und: Wenn jemand eine Anweisung gibt, die logisch nicht nachvollziehbar und die nur noch mit Gewalt durchsetzbar ist, dann bedeutet die Nichtbefolgung dieser Anweisung für mich eher Weisheit und gesunder Menschenverstand. Ich würde auch nicht aus dem Fenster springen, wenn die Polizei so etwas fordern würde, auch dann nicht, wenn die 5. Lautsprecheransage vorbei ist.

Grundsätzlich ist ein „Nein“ zu Maßnahmen oder Anweisungen, ohne Gewalt geäußert, Teil der Demokratie – zumindest meinem Verständnis nach. Dies mit physischer Gewalt zu unterdrücken, ist meiner Meinung nach kein Rechtsstaat, keine Demokratie. Und ich achte alle, die das anders sehen mögen, auch die Polizei.

Mit Herz & Liebe gegen Gewaltanwendung

Ein gewaltfreies, klares „Nein“ zu nicht nachvollziehbaren Anweisungen/Maßnahmen mit Gewalt gegen diese Menschen, die die Anweisungen nicht befolgten, zu beantworten, ist eine Form der „Bestrafung“, wie sie im Kindesalter oft von „Erwachsenen“ angewandt wird, um Kinder zu etwas zu bringen, was sie aus sich selbst heraus nicht tun würden. Kinder haben aufgrund ihrer Abhängigkeit von genau diesen Erwachsenen oft keine andere Wahl als die der Anpassung, also zu tun, was gesagt wird, damit es nicht noch schlimmer wird. Doch als Erwachsener kann ich anders denken und handeln als ein Kind (es sei denn, ich bin innerlich nicht erwachsen). Und keinem anderen Menschen ist es erlaubt, Gewalt gegen mich anzuwenden, nur weil ich anderer Meinung bin. Das besagt das Grundgesetz, das hier seitens des Staates nicht eingehalten und wogegen demonstriert wird. Die Gewaltanwendung dann auch noch unter dem Deckmantel „zum Schutz der Menschen und der Demokratie“ darzustellen, ist für mich eine völlige Verdrehung von Tatsachen und kann aus meiner Sicht so nicht stehenbleiben. Es braucht eine Richtigstellung – seitens der Polizei, der Medien, des Staates.

Androhung und Ausübung von Gewalt hat das Ziel, den anderen zu unterwerfen. Das ist für mich ein psychologisches Anzeichen für die eigene empfundene Hilflosigkeit, Überforderung und Unfähigkeit, andere Möglichkeiten als die von Gewalt (Androhung oder Ausübung) zu finden. Wer andere der eigenen Macht unterwerfen möchte, sagt über sich aus, wie machtlos er sich in sich selbst fühlt.

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