Erfahrung der Inneren Leere im Dunkelretreat

Saskia John Dunkelretreat Leave a Comment

In diesem Video geht es um die Erfahrung der Inneren Leere im Dunkelretreat.

Was ist Innere Leere im spirituellen Sinn?

Es ist nicht die Innere Leere gemeint, die im Ergebnis dessen entsteht, wenn ein Mensch seine Gefühle unterdrückt, um einen emotionalen Schmerz nicht zu fühlen. Äußerer – UND vor allem innerer – Lärm fällt uns oft erst dann auf, wenn wir Stille, Raum- und Zeitlosigkeit erfahren. Die durch diese Erfahrung gewonnene Erkenntnis, wie viel Lärm der konditionierte Verstand macht, kann sehr erschreckend sein. Zugleich ist diese Erfahrung unglaublich erleichternd und hilfreich, da der Raum der inneren Stille immer wieder aufgesucht und sich dort erholt und wieder aufgetankt werden kann. In der unendlichen Weite der Stille ist die Klarheit des Bewusstseins um ein Vielfaches erhöht. Wenn der gewohnte Lärm wegfällt, fühlt sich das zunächst „leer“ an. Ein Eintauchen in diese „Leere“ zeigt dann: Die sogenannte Leere ist gar nicht leer, sondern voller lebendiger Fülle. Auch dieser Zustand kann nur erfahren werden.

Schaut man in den Blick eines kleinen Kindes, begegnet einem Weite. Das Kind hat noch keine Sprache, Ideen oder Gedanken. Die Augen und die Aura sind gänzlich offen und strahlend. Im Laufe der Zeit lernt das Kind die Welt, die Sprache, die Regeln der Familie, Kita, Schule und Kultur kennen und durchläuft im elterlichen Zuhause, im Kindergarten und in der Schule einen tiefen Wandlungsprozess, während es von einer Entwicklungsstufe in die nächste hineinwächst. Das Kind häuft Wissen, das es von außen aufnimmt, in seinem Inneren an und speichert dieses auf der Verstandes-Festplatte und im Gefühl ab.

Wenn das Kind erwachsen ist, befindet sich bereits eine Menge an Datenvolumen auf der Festplatte. Ein unzähliger Strom an Gedanken fließt pausenlos durch die Verstandesebene hindurch, gleich einer voll befahrenen vielspurigen Autobahn. Doch nur vergleichsweise wenige Gedanken kommen im Tagesbewusstsein an. Dennoch können es viel zu viele Informationen sein, die unter Umständen nicht mehr gesund verarbeitet werden können. Nimmt dieser Gedankenstrom überhand, d. h., wenn der Mensch nicht mehr abschalten kann, wird der Kopf oft als „voll“ empfunden. Der Verstand kommt nicht mehr zur Ruhe, hält den Menschen in Atem mit seinem Rattern. Zugleich werden Gefühle erzeugt, die mit diesem Gedankenstrom zusammenhängen. Beides zusammen – Gedanken und Gefühle – erzeugen im Körper eine bestimmte Biochemie. Je nach dem, welcher Art die Gedanken und Gefühle sind, bewegt sich der Körper im Spannungsfeld von geschmeidiger Lockerheit bis hochgradiger Anspannung.   

Im Dunkelretreat, in der Meditation oder während der Entspannung im Yoga ist es möglich, durch den permanenten Gedankenstrom hindurchzutauchen.